Das wollte ich mal wieder schwarz auf weiß wissen….

„ Bin ich wer? Und wenn ja, wie viele? –

Ich bin Tochter, Schwester, Freundin, Mutter, Berufstätige, Fahrradfahrerin, Suchende, Erwachsene, Kind, Verlorene, Geerdete, Träumende, Gartenbesitzerin, Getriebene, Entspannte, Vertraute, Vertrauende, Fragende, Zweifelnde, Therapierte, Therapeutin und Borderlinerin.

 

Wer bin ich ohne Borderline?

Die Störung hat mich vor langer Zeit über die Grenzen treiben wollen – jenseits von Gut und Böse- oder ich habe mich selbst getrieben, um Borderline zu entkommen, um der Hochsensibilität zu entkommen. Dann irgendwann habe ich innegehalten und habe geatmet…. ein und aus….ein und aus…. tief, ruhig, in den Bauch hinein.

Im Studium 2009 habe ich gelernt, dass man nur zwei bis drei Borderliner therapieren sollte im Laufe seines beruflichen Lebens, da man sonst kaputt geht.

Ich muss schmunzeln, wenn ich das heute bedenke. Ich habe mit mehr als drei Menschen gearbeitet und lebe mit mir seit über 30 Jahren zusammen.

Ich fühle mich heiler denn je und das auch, weil ich die Fähigkeiten und Begabungen sehen kann, die Menschen mit Borderline haben.

Die Selbsthilfegruppe in Berlin ist ein richtiger Schatz geworden. Die Menschen sind so klug und einfühlsam und vor allem optimistisch. Ich möchte sie nicht mehr missen. Wir alle erinnern uns alle zwei Wochen daran, dass wir mehr sind als unsere Gefühle, mehr sind als kranke Menschen, mehr sind als abschreckende Beispiele für Psychologiestudenten.

Wer ich ohne Borderline bin? Ich werde es nie erfahren und habe auch aufgehört, danach zu fragen. Ich bin und ich bin viele. Es spielt keine Rolle mehr. Es ist wichtig, dass ich mein Leben in die Hand nehme und lerne und mir ein guter Freund bin!“

Liebe Grüße aus Berlin