Systematic Training for Emotional Predictability & Problem Solving
(Systematisches Training für emotionale Stabilität und Problemlösungen)

STEPPS ist ein strukturiertes Trainingsprogramm für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die bisher fehlende Schnittstelle zwischen regelmäßiger ambulanter Therapie und alltäglichem Bedarf soll durch das STEPPS Training geschlossen werden. Die jeweiligen Helfer (vor Ort) des Betroffenen sollen bei Krisen miteinander und im Verhalten koordiniert werden. Ziel ist, betroffene Menschen zu befähigen, mit ihren Therapeuten, mit Angehörigen und Freunden klarer über Ihre Erkrankung und die notwendigen Schritte zur Bewältigung zu kommunizieren. Darüber hinaus können die Teilnehmenden spezifische Fähigkeiten für einen angemessenen Umgang mit ihren Emotionen, beziehungsweise auch Verbesserungen in der Steuerung von Verhalten erlernen.

Das Erlernen geschieht überwiegend in Einzelarbeit mit dem eigenen Arbeitsordner. Hierbei ist es wichtig, dass Selbstreflektionen möglich und auch erwünscht sind. Derzeitiges Verhalten kann und wird (teilweise) im Rahmen des Trainingsprogramms auch kritisch reflektiert werden, sodass ein positiver Umgang mit Kritik am eigenen Verhalten möglich sein muss. Diese Vorgänge können mitunter auch belastend sein. Eine Anbindung an professionelle Helfer (z.B. Therapeut/in) ist hierbei von Vorteil.

STEPPS ist keine reine Selbsthilfegruppe, kein Ratgeber, Diskussionsforum oder gar ein Therapieersatz. Es geht nicht darum, dass Alltagsprobleme einzeln und in Gänze besprochen und gelöst werden könn(t)en. Bei STEPPS geht es um das eigene (emotionale) Verhalten vor, in und nach Krisensituationen. Was kann ich leisten, damit ich mich mit Alltagsproblemen, Triggern und Verhalten auseinandersetzen und bestenfalls anders reagieren kann. Als eine Regel kann hier gelten: Konzentriere dich auf die Störung, nicht auf die Begleiterscheinungen.

Das Trainingsprogramm gliedert sich in drei Teile:

  1. Die Krankheit erkennen und annehmen (1. und 2. Woche). Sie erkennen, welche Gefühle und Verhaltensweisen mit  der  Krankheit  in  Verbindung  gebracht werden können.
  2. Fertigkeitstraining zum  Umgang  mit  Emotionen (3.-12.Woche).  Sie erlernen fünf  Basisfertigkeiten zur  Bewältigung  der  kognitiven  und  emotionalen Effekte der Erkrankung
  3. Verhaltenstraining (13.- 20.Woche). Sie erlernen neue und andere Verhaltensfertigkeiten, die Ihnen die Kooperation mit Ihrem sozialen Umfeld erleichtern

Hierbei werden folgende Bereiche thematisch behandelt:

Distanzieren in emotionalen Krisen
Kommunizieren
Gedanken hinterfragen
Sich ablenken und Alternativen finden
Probleme bewältigen
Ziele setzen
Essen
Schlafen
Bewegung
Freizeit gestalten
Die körperliche Gesundheit achten
Die Vermeidung von Missbrauch und Selbstschädigung
Soziale Beziehungen gestalten

Das Training erstreckt sich regulär über 20 Sitzungen/ Wochen und beinhaltet wöchentlich stattfindende ca. 120 minütige Sitzungen. Vor einer Teilnahme wird oft ein persönliches Treffen / Gespräch vorausgesetzt. Ein weiteres wichtiges Kriterium zur Teilnahme ist die Bereitschaft / Möglichkeit, sich täglich ca. 10 – 20 min den gestellten Aufgaben zu widmen.

Je nach Anbieter (im ambulanten oder stationären Setting) können weitergehende Kriterien sein:

  • Drogen und Alkoholmissbrauch machen eine normale Teilnahme an dem Programm unmöglich. Eine vorherige Therapie sollte eine Abstinenz vor und während des STEPPS-Programms sicherstellen.
  • Gewalt oder angedrohte Gewalt führt sofort zum Ausschluss aus der Gruppe.
  • Die Fähigkeit sich in einer kleinen Gruppe zu bewegen, Gruppendynamiken zu akzeptieren und sich an Prozessen zu beteiligen sollte vorhanden sein.
  • Bei akuter Suizidalität kann nicht an der Gruppe teilgenommen werden, beziehungsweise führt dann zum Verlassen der Gruppe.

Das Angebot wird je nach Anbieter unterschiedlich abgerechnet (z.B. Krankenkasse). Es kann auch vorkommen, dass Sie als Selbstzahler auftreten müssen. Hier gibt (sicherlich) mögliche Finanzierungsmodelle (z.B. Ratenzahlungen). Es gibt auch Anbieter, die das Angebot im Rahmen der (ehrenamtlichen) Selbsthilfe anbieten und dieses kann dann sehr kostengünstig oder generell kostenlos sein. Der Arbeitsordner kostet ca. 45 Euro.

Schauen Sie nach, ob es im regionalen Bereich mehrere Anbieter gibt und vergleichen Sie. Sie finden eine Vielzahl derzeitiger Gruppen unter: http://www.dachverband-stepps.de . Hier können Sie auch weitergehende Informationen erlesen.

Für die Städte Essen und Duisburg habe ich in den letzten Jahren STEPPS-Gruppen angeboten. Aktuell kann ich aber leider keine STEPPS Gruppen anbieten.

Bei Fragen können Sie mich gerne per E-Mail kontaktieren: STEPPS-Training@web.de

Sven Nauermann

• STEPPS Trainer / Systematic Training for Emotional Predictability & Problem Solving
• Mitglied im Dachverband STEPPS / LWL Klinik in Warstein
• Systemischer Berater
• Dipl. Sozialwissenschaftler